Vorsätze -das Gehirn ignoriert sie konsequent
Ihr Gehirn hat nichts gegen Vorsätze. Es ignoriert sie nur konsequent. Vorsätze scheitern nicht an Ihrem Willen. Sie scheitern am fehlenden Ersatzangebot.
Routinen ändern sich nicht durch einen Vorsatz.
Sie sind ein gehirnökonomisches Programm.
Für das Gehirn sind Routinen A+++-Lösungen in Sachen Energieeffizienz. Besser kann es mit seinen Kapazitäten kaum umgehen.
☕ Aufstehen und die Kaffeemaschine anmachen. Automatisch.
☕ Nach dem Essen der Espresso. Immer.
☕ Nach der Arbeit auf´s Sofa. Grandios. Täglich.
Und jetzt kommt der „CEO des eigenen Denkorgans“ daher und möchte plötzlich Handlung und Genuss gleichzeitig abschaffen.
Das Gehirn weiß sich intelligent zu helfen:
⚪ Es findet gute Gründe, weshalb ein Espresso am Sonntag wirklich nicht zählt.
⚪ Es vergisst neue Vorhaben in Sekunden. Abendspaziergang? Welcher Abendspaziergang?
⚪ Es flüstert überzeugend: „Das Neue ist viel zu anstrengend.“
So funktioniert das Belohnungs- und Effizienzsystem.
Das Gehirn gibt Routinen nur dann auf, wenn es dafür eine attraktive Alternative bekommt. Etwas, das Entlastung, Sicherheit oder Dopamin-Kick verspricht.
Vorsätze scheitern selten am Willen, sondern am fehlenden Ersatzangebot.
3 Strategien, die neurobiologisch Sinn ergeben:
1. Ein lohnenswertes Ersatzangebot
2. Unterstützung durch Erinnerung, Umfeld, Verbündete
3. und ein realistischer Plan B (manches gelingt am Wochenende besser als werktags)
Mein persönlicher Ansatz:
Ich habe keine Vorsätze zu Jahresbeginn. Meine Vorsätze sind fallbezogen. Wenn das Auto innen blitzblank gemacht wurde, ist das gute Gefühl der Anker für meinen Vorsatz: „Das mache ich jetzt regelmäßig.
Vielleicht ist das der Impuls für 2026:
Werden Sie nicht strenger mit sich selbst. Werden Sie kreativer darin, Ihrem Gehirn etwas Besseres anzubieten.
In diesem Sinne viel Erfolg, Gesundheit und eine gute Portion Humor für das Neue Jahr.
Bild: Herdin, handgemalt auf der Flipchart